|
Pergamentgaren
|
|
Tolles aus der Tüte Man falte ein
Stück Pergamentpapier, fülle es mit feinen Zutaten und schiebe es in den Ofen.
Heraus kommt eine Überraschung für Gaumen und Auge.
Die Methode
ist alt, besticht aber immer
wieder. Das Garen in Pergamentpapier oder »en papillote«, wie es in der französischen
Küchensprache heißt, ist nicht nur optisch etwas Außergewöhnliches. In der fest verschlossenen Papierhülle werden die
Speisen schonend gedämpft, ihr Eigengeschmack bleibt dabei erhalten. Kräuter
und Gewürze geben ihr intensives Aroma dazu. Und da alles im eigenen Saft gart,
kann am Fett gespart werden. Köche, die auf Geschmack und Gesundheit
gleichermaßen achten, können auf Rezepte zugreifen, die schon im 19.
Jahrhundert populär
waren. Klassisch
beispielsweise sind die »Côtes de veau en papillote«, zarte Kalbskoteletts,
zuvor in der Pfanne kurz angebraten, die sich in der Papierhülle mit dem Saft von Schalotten und Champignons vollsaugen. Die
spanische Küche kennt verschiedene Zubereitungsarten von Fisch in der Papierhülle,
»Pescado en papel«. Filets von Kabeljau, Rotbarsch oder Lachs sind
ebenso geeignet
wie ganze Fische. Sogar Nudelgerichte gelingen in der Tüte, und zwar
überraschend gut. Die Italiener nennen diese Zubereitungsweise
»in cartoccio«.
Die Nudeln werden vorher
halbgar gekocht, mit einer Sauce und weiteren halbgaren
Zutaten (Gemüse,
Fisch oder Fleischbällchen) vermischt in die Papierhülle
gepackt und zum
Weitergaren in
den heißen Ofen geschoben. Wichtig ist, daß die Ränder des Papiers immer fest
zusammengefaltet und mit Heft- oder Büroklammern verschlossen
werden. Das Papier muß
locker über dem Gargut sitzen,
damit sich eine Dampfglocke
bilden kann. Die Temperaturen dürfen nie mehr als maximal 200 °C
betragen, sonst verkohlt das Papier: Für manche Rezepte kann man auch Brat- oder Alufolie
verwenden. Sie erlauben größere Hitze, lassen sich leichter verschließen,
sind praktisch und ebenso hygienisch wie Pergamentpapier - ästhetisch jedoch
geben sie nichts her. Deshalb bleiben die Folien nach Benutzung
besser in der Küche. Das gute, alte Pergamentpapier aber darf sich, auch wenn es fleckig und leicht gebräunt aus dem Ofen kommt, getrost auf der Tafel blicken lassen. Denn den besonderen Effekt des Kochens »en papillote« sollte man sich nicht entgehen lassen: das Öffnen der Päckchen bei Tisch. |